Nordische Rassen - Samojede

Samojede (Samoiedskaïa Sabaka)

Ein Traum in Weiß

Samojeden Zwischen dem Ural und dem Jenessej leben die Samojeden, die als Rentierzüchter ihren Herden folgten. Ihre Hunde wurden zum Hüten der Rentiere und auch zum Schlittenziehen eingesetzt. Bereits 1880 gelangten einzelne Zuchttiere nach England, wo man früh einen Rassestandard erarbeitete. Aus den unterschiedlich gefärbten Hunden schuf man das einheitliche Erscheinungsbild des Samojeden mit weißem bzw. biskuitfarbenen Fell. Der Samojede stellte auf der Polarexpedition von Nansen und Shakleton seine Zugkraft unter Beweis und ist heute als genügsamer Schlittenhund nur noch selten auf den Rennen vertreten. Seine Stärke ist die Ausdauer vor dem Schlitten sowie die Fähigkeit, schwere Lasten zu ziehen. Er ist kleiner als der Malamute (bis 56 cm, 30 kg), reinweiß bis sahne-gelb und vom Verhalten her ein fröhlicher, verspielter und anhänglicher Geselle, der sich auch relativ gut erziehen läßt. Allerdings bellt er gerne. Wie seine "Kollegen" hat auch der Samojede seinen eigenen Kopf und braucht deshalb eine konsequente, einfühlsame Erziehung. Als echter Arbeitshund will auch dieser Hund ausgiebig beschäftigt werden.

 

Der Haushund unter den Schlittenhunden

FCI-Standard-Nr. 212 / 09.01.1999 / D Samojede (Samoiedskaïa Sabaka)

Ursprung: Rußland

Patronat: Nordische Länder/N.K.U.

Datum der Publikation des gültigen Originalstandards: 22.07.1997

Verwendung: Schlitten- und Begleithund

SamojedenKlassifikation FCI: Gruppe 5, Spitze und Hunde vom Urtyp Sektion 1, Schlittenhunde ohne Arbeitsprüfung.

Geschichte: Die Rassebezeichnung "Samojede" ist von den Samojeden-Stämmen abgeleitet, die in Nordrußland und in Sibirien beheimatet waren. Die in den südlichen Teilen der genannten Regionen lebenden Stämme verwendeten weiße, schwarze und braune gefleckte Hunde zum Hüten ihrer Rentierherden; in den nördlichen Teilen waren die Hunde reinweiß und sanftmütig und wurden als Jagd- und Schlittenhunde eingesetzt. Die Hunde der Samojeden lebten in enger Beziehung zu ihren Eigentümern; sie schliefen sogar in deren Zelten und wärmten sie. Der britische Zoologe Ernest Kilbourne Scott verbrachte 3 Monate des Jahres 1889 bei den Samojeden-Stämmen. Bei seiner Rückkehr nach England brachte er einen braunen Rüdenwelpen mit Namen "Sabarka" mit. Später importierte er von der Westseite des Urals die cremefarbene Hündin "Whitey Pechora" und aus Sibirien den schneeweißen Rüden "Musti". Diese wenigen Hunde bildeten zusammen mit den Hunden, die von anderen Forschern mitgebracht wurden, den Ursprung des Samojeden der westlichen Welt. Der erste Standard für die Rasse wurde im Jahre 1909 in England erstellt.

Allgemeines Erscheinungsbild: Ein mittelgroßer, eleganter, weißer arktischer Spitz, der den Eindruck von Kraft, Ausdauer, Geschmeidigkeit, Würde und Selbstvertrauen gepaart mit Charme vermittelt. Sein charakteristischer Ausdruck, das sogenannte "Lächeln" des Samojeden, wird erzeugt durch die Kombination der Augenform und -stellung mit den in sanfter Kurve nach oben gerichteten Lefzenwinkeln. Der jeweilige Geschlechtstyp sollte deutlich erkennbar sein.

Wichtige Proportionen: Die Körperlänge übertrifft die Widerristhöhe um annähernd 5% während die Tiefe des Körpers etwas geringer als die halbe Widerristhöhe ist. Die Länge des Vorgesichts entspricht in etwa der des Oberkopfes.

Verhalten / Charakter (Wesen): Freundlich, aufgeschlossen, munter und lebhaft mit sehr gering ausgeprägtem Jagdinstinkt. Keinesfalls scheu oder aggressiv. Sehr gesellig; als Wachhund ungeeignet.

Kopf: Kräftig und keilförmig.

Oberkopf: Schädel: Von vorn und von der Seite gesehen nur wenig gewölbt, am breitesten zwischen den Ohren. Die Furche zwischen den Augen ist wenig sichtbar. Stop: Deutlich erkennbar, jedoch nicht zu ausgeprägt.
SamojedenGesichtsschädel: Nasenschwamm: Gut entwickelt, vorzugsweise schwarz. Zu bestimmten Zeiten des Jahres kann das Nasenpigment verblassen bis hin zur sogenannten "Winternase"; die Nasenränder müssen jedoch stets dunkel sein. Fang: Kräftig und tief, ungefähr von gleicher Länge wie der Oberkopf, zur Nase hin allmählich schmaler werdend. Weder spitz und schwach noch schwer und quadratisch. Der Nasenrücken ist gerade. Lefzen: Straff anliegend, schwarz und ziemlich fleischig. Die Lefzenwinkel verlaufen in einer sanften Kurve nach oben und erzeugen so das typische "Samojeden-Lächels". Kiefer/Zähne: Regelmäßiges, vollständiges Scherengebiss gemäß der Zahnformel mit kräftigen Kiefern und Zähnen. Augen: Dunkelbraun, gut in den Augenhöhlen eingebettet; ziemlich weit auseinander, etwas schräg eingesetzt; mandelförmig. Der Ausdruck ist "Lächelns", freundliche, aufmerksam und intelligent. Ohren: Aufrecht, ziemlich klein, dick, dreieckig mit leicht abgerundeten Spitzen. Sie sollten beweglich sein und hoch und -infolge des breiten Schädels - gut voneinander entfernt angesetzt sein.

Hals: Kräftig und mittellang; stolz getragen.

Körper: Etwas länger als hoch; tief und kompakt, dabei jedoch geschmeidig. Widerrist: Deutlich betont. Rücken: Mittellang, muskulös und gerade; bei Hündinnen etwas länger als bei Rüden. Lenden: Kurz, sehr kräftig und klar abgegrenzt. Kruppe: Voll, kräftig, muskulös, leicht abfallend. Brust: Breit, tief und lang, fast bis hinunter zu den Ellenbogen reichend, Rippen gut gewölbt. Untere Profillinie und Bauch: Mäßig aufgezogen.

Rute: Ziemlich hoch angesetzt. In der Bewegung oder in aufmerksamer Haltung wird die Rute vom Ansatz an über den Rücken oder zur Seite gebogen getragen, darf aber in Ruhestellung herabhängen und reicht dann bis zu den Sprunggelenken.

Gliedmaßen:

Vorderhand: Allgemeines: Gut gestellt; muskulös mit kräftigen Knochen. Schulter: Lang, fest anliegend und schräg gelagert.

Oberarm: Schräg gelagert, dicht am Körper anliegend. Ungefähr ebenso lang wie das Schulterblatt.

Ellenbogen: Dicht am Körper anliegend. Karpalgelenk: Kräftig, jedoch flexibel.

Vordermittelfuß: Leicht schräggestellt.

Vorderpfoten: Oval, flexibel, gerade nach vorn gerichtet; lange gewölbte, nicht zu fest zusammengefügte Zehen. Elastische Ballen.

Hinterhand: Allgemeines: Von hinten gesehen gerade und parallel stehend, sehr stark bemuskelt.

Oberschenkel: Mittellang, recht breit und muskulös. Knie: Gut gewinkelt.

Sprunggelenk: Ziemlich tiefstehend und gut gewinkelt.

Hintermittelfuß: Kräftig, kurz, senkrecht und parallel gestellt. Hinterpfoten: Gleich den Vorderpfoten. Afterkrallen sollten entfernt werden.

Gangwerk: Kraftvoll, frei, mühelos erscheinend, mit weit ausgreifenden Schritten. Die Vorderhand zeigt guten Raumgriff, die Hinterhand viel Schubkraft.
Samojeden Haarkleid: Üppig, dick, elastisch und dicht, als idealer Schutz im Polarklima. Der Samojede hat doppeltes Haar mit kurzer, weicher Unterwolle und längerem, harscherem, glattem Deckhaar. Das Haar sollte um Hals und Schultern eine Mähne bilden, die den Kopf einrahmt und bei den Rüden besonders ausgeprägt ist. Auf dem Kopf und an der Vorderseite der Läufe ist das Haar kurz und glatt, auf der Außenseite der Ohren kurz, schlicht und abstehend. Die Ohrinnenseiten sollten gut behaart sein. An der Rückseite der Oberschenkel bildet das Haar sogenannte "Hosen". Zwischen den Zehen sollten schützende Haare wachsen. Die Rute sollte reich mit Haar bedeckt sein. Das Haar der Hündin ist oft kürzer und weicher in der Textur als das des Rüden. In jedem Fall sollte das korrekte Haar einen ganz besonderen schimmernden Glanz haben. Farbe: Reinweiß, cremefarben oder weiß mit bisquit, wobei die Grundfarbe weiß sein muß und nur einige wenige Bisquit-Abzeichen aufweisen darf. Keinesfalls darf das Haar blaßbraun wirken.

Größe: Widerristhöhe: Ideale Widerristhöhe: 57 cm bei Rüden, 53 cm bei Hündinnen, wobei jeweils eine Abweichung von 3 cm nach oben oder nach unten toleriert wird.

Fehler: Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muß als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte. Sichtbare Gebäudefehler. Leichte Knochenstruktur. Feminine Rüden, maskuline Hündinnen. Zangengebiß. Gelbe Augen. Weiche Ohren. Tonnenförmiger Brustkorb. Doppelt gerollte Rute. Läufe zu kurz. Stark gebogene Läufe, Kuhhessigkeit. Am ganzen Körper welliges oder kurzes Haar; langes, weiches oder herabhängendes Haar. Misstrauische Natur.

Schwere Fehler:

Deutlich unpigmentierte Stellen an den Lid- oder Lefzenrändern.

Ausschließende Fehler:

Blaue oder verschiedenfarbige Augen.

Vor- oder Rückbiß.

Nicht aufrecht stehende Ohren.

Standardwidrige Fellfarbe.

Scheue oder aggressive Veranlagung.

N.B.: Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.