Nordische Rassen - Westsibirische Laika

Westsibirischer Laika (Zapano Sibirskaia Laika)

Ein wahrer Allroundhund

Populärste Laika-Rasse, die vorwiegend für die Jagd auf Elche, Rentiere und auch Bären gezüchtet Wurde. Im Gegensatz zu den anderen Laiki, die nur jagdlich genutzt werden, leistet der Westsibirische Laika als Schlittenhund ebenfalls gute Arbeit und kann auch schwere Lasten ziehen. Diese Hunde wurden in der Sowjetunion auch für medizinische Experimente verwendet. Berühmt wurde er als erster Hund im Weltall. Ausdauernd, robust und mutig wie alle Laiki. Im Verhalten sind sie noch sehr ursprünglich. Einzelne extreme Liebhaber dieser Rassen halten hin und wieder einen der Laika-Rassen. Als Begleithunde werden sie sich aber kaum durchsetzen.

Der Westsibirische Laika ist ein sehr lebhafter Hund

Rassengeschichte

Rassengeschichte: Diese Rasse ist der am häufigsten anzutreffende Laika. Jäger aus Khantu und Mansi im Ural haben die Rasse vermutlich als Gebrauchshund erzüchtet.

Allgemeines:

Der Westsibirische Laika, der etablierteste und populärste der russischen Laiki, wird vorwiegend für die Jagd auf großes Wild, etwa Renntiere, Elche und Bären, verwendet. Er ist ebenso bewährt als Schlittenhund, denn er kann schwere Lasten ziehen. Er läßt sich auch auf kleines Wild, etwa Hermelin oder Federwild, abrichten. Zu dieser Rasse gehörte wohl der Jagdhund, von dem Lenin 1897 seine Mutter aus dem Exil in Sibirien berichtete. Die Sowjets benutzten viele Laiki für medizinische Experimente und in der Weltraumforschung. Der erste Hund, der die Erde in einem Raumschiff umkreiste, wurde Laika genannt, obwohl es sich dabei vermutlich um einen Samojeden handelte.

Der nördliche Ural und Westsibirien sind die Heimat dieser Hunde. Er ist aus zwei Hundetypen entstanden, dem Mansijskaja der etwas leichter gebaut war und einen nur wenig ausgeprägten Stop, einen längeren Fang und ein schlichtes Haarkleid ohne Kragen hatte, und dem Chantejskaja der vom kräftigeren Körperbau, einen breiteren Kopf mit kürzerem Fang und ein üppiges Fell mit auffallendem Kragen hatte. Die Laika war Helfer von einfachen Nomaden und diente ausschließlich als Jagd,-und Zughund und Wächter. Die durch den Geologen Inostrantsen vorgenommenen Ausgrabungen aus der Steinzeit deuten aufgrund der Knochenfunde schon auf den Laikatyp hin. Durch die Wikinger verbreiteten sie sich über Nordeuropa wobei sich Übereinstimmungen der Laiki mit den skandinavischen Rassen erkennen lassen. Ausgrabungen und Erzählungen von Forschern gaben Aufschluß darüber, welcher Hundetyp für welche Aufgaben in den jeweiligen Gebieten eingesetzt wurde. In sein Aufgabengebiet fällt die Jagd von Zobel, Bär, Ente, Eichhörnchen, Elch, der Transport des erlegten Wildes mit dem Schlitten, der Schlittenhundesport und Expeditionen. Weil der westsibirische Laika sehr intelligent und mutig ist, kommt er auch als Militärhund, Minensucher, Sanitäts-, Lawinen- und Rettungshund und Wach- bzw. Schutzhund zum Einsatz. Er besitzt einen ausgezeichneten Orientierungssinn, ist sehr beweglich und gewandt. Er ist bei Jägern sehr beliebt. Nicht nur im Ural und Westsibirien, sondern auch in Weißrußland, der Ukraine, den Baltischen Republiken usw. Er kann sich unterschiedlichen klimatischen Bedingungen gut anpassen.
Der westsibirische Laika ist ein wohlproportionierter muskulöser Hund im leichten Rechteckformat und soll den Eindruck von Lebendigkeit, Robustheit und Tempo vermitteln. Der Kopf ist trocken, lang und keilförmig. Er hat hoch angesetzte Stehohren. Die Ringelrute trägt er über den Rücken oder der Keule.
Als Naturrasse besitzt der westsibirische Laika ein intaktes Meuteverhalten. Daher ist die Gesellschaft von anderen Hunden und die des Menschen sehr wichtig Er ist besonders rücksichtsvoll im Umgang mit Kindern, anhänglich, temperamentvoll, treu, verspielt und gelehrig. Er verfügt über eine gehörige Portion Jagdlust, arbeitet selbständig und kennt kein Kadavergehorsam. Er benötigt ausgesprochen viel Bewegung und Ersatzbeschäftigung bei nicht jagdlicher Führung.


FCI-Standard-Nr. 306 / 19.08.1996 / D Westsibirischer Laika (Zapadno-Sibirskaïa Laïka)

Ursprung: Rußland

Datum der Publikation des gültigen Originalstandards: 03.06.1980

Verwendung: Polyvalenter Jagdhund, Schlitten- und Zughund.

Klassifikation FCI: Gruppe 5, Spitze und Hunde vom Urtyp Sektion 2, Nordische Jagdhunde mit Arbeitsprüfung.

Geschichte: Diese Rasse ist das Produkt einer Kreuzung zwischen den untereinander nahe verwandten Chantelsker und Mansijaker Lajiki-Schlägen mit Hunden der russischen Jäger im Norden des Urals und in Westsibirien. Außerhalb ihrer Ursprungszone in diesen ausgesprochenen Jagdgebieten ist diese Rasse in den mittleren Zonen Rußlands weit verbreitet; dort sind diese Hunde sehr zahlreich und werden in großen Anstalten gezüchtet. In einer Reihe von Jagdgebieten gibt es spezielle Zwinger für den westsibirischen Laika.

Allgemeines Erscheinungsbild: Mittelgroßer Hund, trocken, von kräftiger Konstitution. Das gut entwickelte Knochengerüst ist weder massiv noch grob. Die Muskulatur ist kräftig und gut entwickelt.

Wichtige Proportionen: Format-Index (Rumpflänge x 100: Widerristhöhe) bei Rüden 103 - 107, bei Hündinnen 104 - 108.

Verhalten / Charakter (Wesen): Ausgeglichen, lebhaft.

Kopf: Trocken. In seiner Form nähert er sich einem gleichschenkeligen Dreieck. Der Übergang vom Oberkopf zum Fang ist schwach abgestuft, wenig erkennbar. Der Fang ist lang, zugespitzt, die Lefzen trocken und gut anliegend. Die Zähne weiß und groß; Scherengebiß. Die Augen sind oval, schräg gestellt, von dunkler Farbe, die Ohren hoch angesetzte zugespitzte Stehohren.

Hals: Bemuskelt, trocken.

Körper:  Der Widerrist ist Stark betont. Der Rücken stark und gerade. Die Lenden kurz, elastisch. Die Kruppe breit, muskulös, leicht abfallend. Die Brust gut entwickelt. Der Bauch ist Leicht aufgezogen.

Rute: Straffe Ringelrute; sie wird über den Rücken oder über dem Gesäß getragen.

Gliedmaßen: Läufe lang. Schultern muskulös, schräg gestellt. Vordermittelfuß nicht lang, leicht geneigt. Die Hinterhand ist muskulös, kräftig, mit gut ausgeprägter Winkelung der Sprunggelenke. Afterkrallen sollen entfernt werden. Die Pfoten sind Oval, gewölbt, mit eng aneinander liegenden Zehen.

Gangwerk: typische Gangart: Kurzer Trab, wechselnd mit Galopp.

Haut: Dick, ohne Falten.

Haarkleid: Harte Grannenhaare und gut entwickelte Unterwolle. Deckhaar gerade, grob. Dank der stark entwickelten und dichten Unterwolle ist es etwas abstehend und sieht üppig aus. Am Kopf, an den Ohren und an den Vorderseiten der Gliedmaßen ist das Haar kurz. Am Widerrist, am Hals und an den Hinterseiten der Gliedmaßen ist das Haar länger und bildet an den Backen einen Bart und am Hals einen Kragen; die Hinterseiten der Gliedmaßen sind leicht befedert. Weiß, Pfeffer-Salz, Rot oder Grau in allen Schattierungen. Schwarze Farbe ist zugelassen, auch Gescheckte und solche mit Platten derselben Farbe.

Größe: Widerristhöhe für Rüden 54 - 60 cm, für Hündinnen 52 - 58 cm.

Fehler: Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muß als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte.

N.B.: Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, welche sich vollständig im Hodensack befinden.